Der Tagesprophet
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Im Rahmen einer Pressekonferenz kündigte Zaubereiministerin Hermine Granger am gestrigen Abend die erarbeiteten Maßnahmen an und stellte in diesem Zuge ein neu gegründetes Büro vor. Dieses läuft unter dem Namen Büro für die Aufsicht von Muggeln und technischer Machenschaften und ist fortan auf Ebene 3 in der Abteilung für magische Unfälle und Katastrophen eingegliedert. Einzige Aufgabe des Büros sei es, die brenzlige Situation unter Kontrolle zu bekommen. Näheres erklärt die Zaubereiministerin wie folgt: „Das Büro für die Aufsicht von Muggeln und technischer Machenschaften wird hochqualifizierte Hexen und Zauberer in die Welt der Muggel entsenden, um dort wichtige politische und infrastrukturelle Positionen zu besetzen und die Lage vor der Eskalation zu bewahren.“ Eine drastische Maßnahme, das erkennt auch das Zaubereiministerium an, doch offenbar scheint derzeit der Zweck die Mittel zu heiligen. Weiterhin heißt es von Seiten der Zaubereiministerin: „Das Büro hat mehrere multiprofessionelle Sondereinsatzkommandos zusammengestellt, die sich ein Bild von der Situation machen, die Ereignisse untersuchen und mögliche Lösungsansätze zum Überlisten der technischen Gerätschaften entwerfen.“
Die Einführung des Büros für die Aufsicht von Muggeln und technischer Machenschaften scheint nun endlich viele Hexen und Zauberer aufatmen zu lassen. Unterdessen jedoch wird schon kurze Zeit nachdem der Magische Rundfunk die Pressekonferenz live übertragen hat, Kritik an den vorgenommenen Maßnahmen verübt. „Nicht alle sind gewillt, weiterhin im Untergrund zu leben“, so heißt es in einem anonymen Leserbrief an den Tagespropheten. Die magische Gesellschaft Großbritanniens wird vom Vorgehen des Zaubereiministeriums tief gespalten und Hexen und Zauberer, die sonst keine Berührungspunkte haben, kommen zusammen, um sich für die Offenbarung der magischen Welt auszusprechen. Nur wenige Stunden nach der Pressekonferenz wirken die Fronten verhärtet und das Geheimhaltungsabkommen wackeliger als je zuvor. Der Tagesprophet bleibt für Sie an den neuesten Entwicklungen dran!
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Etwa zwanzig Minuten nach erstmaliger Sichtung der Hippogreifherde trifft ein Sonderkommando des Zaubereiministeriums ein. Zu langsam, wie viele finden. Während sich Mitarbeitende der Tierwesenbehörde damit befassen, die Hippogreife sicher und möglichst ohne noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen von der Stadt weg zu geleiten, kümmern sich Angestellte der Vergissmich-Zentrale mit Obliviierungszaubern um die Gedächtnisse der Muggel und lassen in dem Zuge mehrere sogenannte Mobiltelefone verschwinden, auf denen das Spektakel gefilmt worden sein soll. Währenddessen verbreitet das Komitee für muggelgerechte Entschuldigungen sicherheitshalber die Information, es habe sich bei den Tieren um Riesenseeadler gehandelt, die aus einem örtlichen Vogelpark entflogen, mittlerweile aber wohlbehalten zurückgekehrt sind. Nach dem Einsatz scheint kein Muggel mehr Verdacht zu schöpfen. Ein glimpflicher Ausgang einer hochgradig brenzligen Situation.
Da dieser Vorfall in diesem Jahr nicht der erste ist, der das Internationale Statut zur Geheimhaltung der Magie gefährdet, beruft das britische Zaubereiministerium noch am selben Abend kurzfristig eine kleine Pressekonferenz ein. „Die Herde stammt aus dem Verbotenen Wald nahe der Ländereien von Hogwarts, Schule für Hexerei und Zauberei“, bestätigte ein Sprecher des Ministeriums die Vermutung vieler Spekulierender. Nach Aussagen des Ministeriums sei diese Angabe selbst von Schulleiterin Minerva McGonagall getätigt worden, die sich wiederum auf ihren Wildhüter bezieht, der das Verschwinden der Herde aus dem Wald bestätigte, aber keine Hinweise auf die Ursache finden konnte. Das Verhalten der Tiere sei „höchst ungewöhnlich“, erklärte der Ministeriumssprecher und wandte sich weiterhin an die Bevölkerung: „In Zeiten wie diesen ist es wichtig, stets Augen und Ohren offen zu halten und Auffälligkeiten unverzüglich an das Zaubereiministerium weiterzuleiten.“ Die Hippogreifherde ist mittlerweile unbeschadet zurück in ihrer Heimat angekommen und wurde vom bekannten Magiezoologen Rolf Scamander genauer untersucht. Neue Erkenntnisse konnten in besagter Untersuchung allerdings nicht gewonnen werden. „Den Tieren geht es gut und auch in ihrem Verhalten zeigen sich keine Auffälligkeiten“, sagte Scamander gegenüber dem Tagespropheten, „Was sie zu diesem kleinen Ausflug veranlasst hat, das weiß wohl bloß Merlin.“